Die aktuelle Sonderausstellung „Diktatur. Krieg. Und danach. Radolfzell 1933-1948“ wird bis zum 12. April 2026 verlängert.

RADOLFZELL 1933 – 1948

DIKTATUR. KRIEG. UND DANACH.

Vor 80 Jahren ging der 2. Weltkrieg zu Ende. Unzählige Dokumente, Bücher und Filme widmen sich diesem Kapitel deutscher Geschichte. Doch wie sah der Alltag damals in Radolfzell aus? Was geschah an der sogenannten „Heimatfront“? Die Sonderausstellung „Diktatur. Krieg. Und danach. Radolfzell 1933 – 1948“ wirft Schlaglichter auf die Jahre von 1933 bis in die unmittelbare Nachkriegszeit in der Stadt am Untersee.

Zahlreiche Bürger trugen mit ihren in Schränken, Kellern und Dachböden aufbewahrten Schriftstücken und Gegenständen zur Ausstellung bei und ergänzten die Objekte aus dem eigenen Sammlungsbestand oder aus anderen Museen. Das materielle Erbe des Nationalsozialismus lässt nachspüren, wie das Regime die kleinstädtische Gesellschaft kontrollierte und in seinem Sinne lenkte.

Grundsätzlich unterschied sich das Geschehen in Radolfzell wenig von anderen süddeutschen Kleinstädten. Bis auf einen Punkt: 1937 wurde Radolfzell zum Standort bewaffneter SS-Einheiten, die in die eigens dafür erbauten Kaserne einzogen. Die bis Kriegsende mehrfach wechselnden Einheiten sollten für Verbrechen und vielfaches Leid auch in der Umgebung verantwortlich werden.

Ein letzter Bereich der Ausstellung widmet sich der unmittelbaren Nachkriegszeit, in der die Saat für beide Städtepartnerschaften gelegt wurde, die Radolfzell bis heute pflegt. So entwickelte sich aus den „Schweizerspeisungen“ und der ostschweizerischen Grenzlandhilfe die Partnerschaft mit der Stadt Amriswil im Thurgau, und in der französischen Besatzungszeit liegen die Anfänge für eine deutsch-französische Freundschaft, die vor 50 Jahren mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden zwischen Radolfzell und der südfranzösischen Stadt Istres am 19. Juli 1975 in Radolfzell mündete – auch ein Jahrestag, an den die Ausstellung erinnert.

Die Sonderausstellung ist mit Verlängerung bis zum 12. April 2026 im Stadtmuseum Radolfzell in der alten Stadtapotheke zu sehen. 

Flyer zur Sonderausstellung: Flyer „Diktatur. Krieg. Und danach. Radolfzell 1933 – 1948“

Beitrag über die Ausstellung in Deutschlandfunk Kultur am 19.02.2026: NS-Geschichte – Radolfzell stellt sich der Vergangenheit

Reportage zur Ausstellung in Deutschlandfunk „Das Wochenendjournal“ vom 21.03.2026: https://www.deutschlandfunk.de/aufarbeitung-wie-radolfzell-mit-seiner-ns-vergangenheit-umgeht-100.html

 

3D-Rundgang durch die Sonderausstellung

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Weitere Informationen

 

Besucherstimmen:

„Sehr interessante und gut aufbereitete Ausstellung, durch die das damalige Leben und Erleben gut nachvollzogen werden kann. Wollen wir hoffen, dass solche Zeiten nicht wiederkommen!“
Eintrag im Besucherbuch vom 29.06.2025

„Sehr gute Ausstellung! So was sollte es in jedem Ort geben.“
Eintrag im Besucherbuch vom 10.07.2025

„Danke für die Sonderausstellung! Für mich als Geschichtslehrerin ist es etwas Besonderes, Dokumente zu sehen, die das Leben in der NS-Zeit nicht nur allgemein, sondern ganz persönlich, auf einzelne Täter und Opfer bezogen, darstellt.“
Eintrag im Besucherbuch vom 12.07.2025

„[…] In die Radolfzeller Sonderausstellung bin ich zufällig geraten, da ich auf dem Weg vom Bahnhof in die Innenstadt das große Plakat am Museumsgebäude entdeckte. Mir hat die Ausstellung sehr gefallen, sie war nicht überladen und die museumspädagogische Didaktik war durchdacht und wohltuend. Mir haben die Teile zu Jugend, dem Lokalbezug mit der SS-Unterführerschule und den einzelnen Biographien  besonders gefallen. Ich würde die Ausstellung jederzeit mit Gruppen junger Erwachsener besuchen und hoffe, dass die Kolleginnen und Kollegen in Radolfzell und Umgebung diese Möglichkeit nutzen. […]“
Ein Besucher in einer E-Mail vom 15.07.2025

„Eine sehr beeindruckende, mutige Sonderausstellung, an der andere Städte sich ein Beispiel nehmen sollten! Hoffentlich kommen viele Schulklassen hierher!“
Eintrag im Besucherbuch vom 23.01.2026

Rahmenprogramm

  • Donnerstag, 26.02.2026, 19.00 Uhr: Wiederholung – „Leichen im Keller“, Filmabend mit Regisseur Günther Köhler, Stadtmuseum Radolfzell
  • Freitag, 27. 02.2026, 15.00 Uhr: „Führung durch die Sonderausstellung ‚Diktatur. Krieg. Und danach. Radolfzell 1933 – 1948‘“, Stadtmuseum Radolfzell
  • Donnerstag, 12. 03.2026, 19.00 Uhr: „Propagandamusik im Zweiten Weltkrieg“, Vortrag mit Musikbeispielen mit Tobias Baur, Stadtmuseum Radolfzell
  • Donnerstag, 26.03.2026, 15.00 Uhr: „Führung durch die Sonderausstellung ‚Diktatur. Krieg. Und danach. Radolfzell 1933 – 1948‘“, Stadtmuseum Radolfzell
  • Donnerstag, 26.03.2026, 19.00 Uhr: Wiederholung – Vortrag „Karl Ruby – katholischer Widerstand als Jugendarbeit“, Stadtmuseum Radolfzell

Um Anmeldung zu den Veranstaltungen per E-Mail an museum@radolfzell.de oder Telefon 07732 / 81-530 (Donnerstag bis Sonntag) wird gebeten.