Laufzeit verlängert bis 25. Februar

Umwelt bewegt. Menschen - Geschichte - Radolfzell

 

Naturschutz, Umweltschutz, Klimaschutz – heute sind diese Themen gesellschaftsfähig. Das war nicht immer so. Die Sonderausstellung „Umwelt bewegt. Menschen – Geschichte – Radolfzell“ wirft einen historischen Blick auf die Entwicklungen vor Ort von den 1920er-Jahren bis heute, die den modernen Umwelt- und Klimaschutz in der Region, in Baden-Württemberg und sogar darüber hinaus geprägt hat. Sie wurde mit Mitteln des Landkreises Konstanz und der Baden-Württemberg Stiftung gefördert und ist vom 30. März 2023 bis zum 25. Februar 2024 im Stadtmuseum Radolfzell zu sehen.

Die Ausstellung zeigt, wie unterschiedliche Akteure sich gegenseitig beeinflussten, und wirft Schlaglichter auf heiße Umweltthemen der vorangegangenen Jahrzehnte am westlichen Bodensee. Vor allem aber erzählt sie von Personen, die – oft gegen Widerstände ihrer Zeit ankämpfend – diesen Themen zu Bedeutung verhalfen. Die in der Ausstellung gewürdigten Persönlichkeiten sind eine Auswahl. Viele weitere haben sich für Natur und Umwelt engagiert. Die Vielzahl der heute in Radolfzell und im Landkreis Konstanz vertretenen Umweltorganisationen zeigt: Der Bodensee ist eine Umweltregion!

 

Bild: Monika Erne / DUH

Prof. Dr. Gerhard Thielcke – Mentor der Umweltbewegung am Bodensee

Anlass für die Ausstellung ist ein zweifaches Jubiläum: Am 18. März 1963 gründete Freiherr Nikolaus von und zu Bodman im Radolfzeller Gasthaus Kreuz den „Bund für Naturschutz Bodensee-Hegau“.  1973 gründete Dr. Gerhard Thielcke den „Bund für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg“ in Möggingen, und initiierte zwei Jahre später die Gründung des „Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)“.

Der leidenschaftliche Biologe wurde zum Mentor der modernen Umweltbewegung: Auf ihn gehen nicht nur der BUND, sondern auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die Stiftung Europäisches Naturerbe (EURONATUR), der Global Nature Fund (GNF) und die Bodensee-Stiftung zurück. 2019 übernahmen Stadtarchiv und Stadtmuseum Radolfzell einen Teil seines Nachlasses.

 

Einsatz für die Kulturlandschaft: Landrat Dr. Ludwig Seiterich

Auch von behördlicher Seite wurden am westlichen Bodensee immer wieder Akzente gesetzt. 1930 erklärte die Stadt Radolfzell die Halbinsel Mettnau zum Naturschutzgebiet. Damit ist die Mettnau eines der ältesten Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg. 1955 begann Radolfzell als erste Stadt am See mit dem Bau einer Zentralkläranlage. Und während andernorts viele Gemeinden im Rausch des „Wirtschaftswunders“ ab Mitte der 1950er-Jahre einseitig auf Wirtschaftsentwicklung setzten, vertrat der damalige Konstanzer Landrat Ludwig Seiterich eine andere Vision: Er sah im westlichen Bodensee einen Erholungs- und Rückzugsraum für Mensch und Natur. Es ist sein Verdienst, dass der Landkreis Konstanz heute zu den Landkreisen mit dem höchsten Anteil an Schutzgebieten sowohl landes- als auch bundesweit gehört.

 

Radolfzell – eine Bundesumwelthauptstadt?

1990 richtete die Stadt Radolfzell als erste deutsche Kleinstadt ein personell gut ausgestattetes Umweltamt ein. Konsequent sah der damalige Oberbürgermeister Günther Neurohr seine Stadt auf dem Weg zur „ökologischen Bundeshauptstadt“. Neurohr strebte damals ein Tempolimit von 30 km/h in Wohngebieten und 80 km/h auf allen außerörtlichen Straßen an. Heute rücken der Klimaschutz verstärkt in den Fokus. Die Nahwärmeversorgung in den Radolfzeller Ortsteilen Möggingen und Liggeringen sind Modellprojekte. Sicher ist: Das Thema Umwelt- und Klimaschutz wird Politik und Gesellschaft auch noch in Zukunft beschäftigen.

 

Download Flyer zur Sonderausstellung: Flyer Sonderausstellung „Umwelt bewegt“

 

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